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15.03.2010
Steuererklärungen elektronisch ans Steueramt retournieren
In wenigen Jahren werden wohl alle Kantone eine Schnittstelle zur elektronischen Einreichung von Steuererklärungen bereitstellen. Im Kanton Obwalden ist es schon heute soweit: in Zusammenarbeit mit dem ILZ (InformatikLeistungsZentrum) und Ringler Informatik, Herstellerin von Dr. Tax Software, wurde eine Einreichungsschnittelle gebaut, mit welcher Steuerformulare inklusive Belege vollautomatisch ins Veranlagungssystem verschickt werden können. Die Lösung wurde Ende Februar produktiv geschaltet - mit grossem Erfolg. Hunderte von Steuererklärungen wurden innert weniger Wochen eingereicht.
Das Einreichungsmodul wurde vorerst in die offizielle Kantonslösung "ObwaldenTax" integriert, welche ebenfalls von Ringler Informatik hergestellt wird. Ziel ist es, dass in Kürze auch mit Dr. Tax erstellte Steuererklärungen übermittelt werden.
Revolutionäres Modell
Das eingesetzte Verfahren ist bisher einzigartig und die Einfachheit verblüfft: für die Übermittlung der Steuererklärung und Belege erfolgt der Steuerpflichtige weder eine Voranmeldung noch ein Login oder Passwort. Die Steuerdaten und Belege werden über ein sicheres und intelligentes Upload-Verfahren an den Tax Depot®-Server übermittelt. Die Aktivierung der eingereichten Daten erfolgt über eine sogenannte Freigabequittung.
Sicher und ohne Risiko
Das aktuelle Verfahren erlaubt es, Steuererklärungen so oft wie gewünscht elektronisch einzureichen - und zwar vollkommen anonym. Denn die eingereichten Daten werden verschlüsselt übermittelt und abgelegt und können zu diesem Zeitpunkt von niemandem eingesehen werden. Erst wenn die unterschriebene Freigabequittung beim Steueramt eingegangen ist, wird das elektronisch übermittelte Datenpaket entschlüsselt und für die Veranlagung freigegeben. Ein ausgeklügeltes Workflow-System gewährleistet, dass die Steuererklärung seitens Steueramt kein einziges Mal in die Hand genommen werden muss.
Mit diesem Quittungs-Verfahren ist zudem der Datenschutz jederzeit gewährleistet, da der Steuerpflichtige kein Login oder Passwort beim Einreichen benötigt. Solche Logindaten könnten nämlich von unbefugten Dritten dazu verwendet werden, Daten des Steuerpflichtigen einzusehen.
Auch Treuhänder können partizipieren
Treuhänder und Steuerberater erstellen in der Regel mehr als 30 Prozent aller Steuererklärungen. Meistens handelt es sich dabei um komplexere Steuerfälle mit sehr vielen Daten und Formularen. Der Nutzen der elektronischen Verarbeitung gerade in diesen Fällen sehr gross, da das Einscannen oder manuelle Nacherfassen vollständig wegfällt. Ein grosses Anliegen war es deshalb, ein Konzept zu entwickeln, bei welchem auch Steuerberater partizipieren können.
Das Prinzip ist einfach: nach dem Einreichen erhält der Steuerberater eine Freigabe-Quittung, welche ausgedruckt werden muss. Auf dieser Quittung sind die wichtigsten Steuerfaktoren nochmals zusammengefasst. Die Quittung kann nun vom Steuerberater per Email oder Post an den Steuerpflichtigen weitergeleitet werden. Der Steuerpflichtige braucht nur noch die Quittung zu unterschreiben und einzureichen. Fertig.
SuisseID ersetzt Quittung
In einem weiteren Schritt soll auch die Einreichung per elektronischer Unterschrift möglich sein. Ringler Informatik hat bereits ähnliche Lösungen in anderen Ländern wie beispielsweise Polen oder Österreich umgesetzt und verfügt über entsprechendes Implementations-Knowhow. Die SuisseID wird ab Mai erhältlich sein. Ein erstes Pilotprojekt ist für die Steuerperiode 2010 geplant.


